Zinskommentar KW 42 - 2020

Crestfinanz 14.10.2020 In Deutschland hat die Inflation in dem vergangenen Monat zum zweiten Mal die Null Prozent Grenze unterschritten. Diese Entwicklung ist zum einen durch niedrige Energiepreise und zum anderen durch die Mehrwertsteuersenkung getrieben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Verbraucherpreise um 0,2% tiefer. Somit haben wir den tiefsten Wert seit Januar 2015 erreicht. Betrachtet man nun die Auswirkung auf die Jahreswerte, so ist die prognostizierte Jahresinflation von Minus 0,1% ein sehr wahrscheinliches Szenario.Diese Entwicklung in der stärksten Volkswirtschaft der Eurozone ist ein Warnsignal für die Währungshüter der EZB, die das angestrebte Inflationsziel von 2 % damit weiterhin deutlich verfehlen. Es bleibt die Hoffung bestehen, dass die Inflation für Deutschland in 2021, nach dem Auslaufen der temporären Mehrwertsteuersenkung wieder anzieht.Unsere Entwicklung läuft aktuell entgegen der Entwicklung der US - Inflation. Hier ziehen die Verbraucherpreise im September erneut an. So betrug die Steigerung im Vergleich zu dem Vorjahresmonat 1,4%. Wichtig ist jedoch die Betrachtungsweise. So zieht die FED für Ihre Berechnungen die Energie- und Nahrungsmittelkosten nicht heran. Somit ist der Vergleich bei zwei unterschiedlichen Ausgangsbasen doch etwas schwieriger. Betrachtet man nun Patrick Boldt, Ökonom der Helaba, so bezeichnet dieser das Inflationsniveau der USA als moderat. Einen weiteren Dämpfer könnte die Inflation durch die steigende, coronabedingte Arbeislosigkeit erhalten. Jedoch sieht er auch, dass mittelfristig "der inflationäre Druck aufgrund der expansiven Geld- und Fiskalpolitik" zunehmen wird, jedoch die heutigen Zahlen die FED nicht zum Handeln zwingen.Unseren EU - Wirtschaftsraum werden jedoch aller Voraussicht auch weitere geldpolitische  Maßnahmen ins Haus stehen, da der größte Teil unseres Wirtschaftsraumes mit den aktuellen Herausforderungen der Corona Krise große Stützungsmaßnahmen, für die ohnehin geschwächten Volkswirtschaften angeschoben hat.Kurzfristig bleibt aus unserer Sicht heiterhin der Zinsmarkt stabil und lädt zu einer langfristigen Zinssicherung ein.



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