Themen der Woche

25.09.2020 - Prohyp-Newsletter

Ein starkes Signal für mehr bezahlbaren Wohnraum – das wollte der Bund vor zwei Jahren mit einem Wohngipfel im Kanzleramt setzen. Doch was ist aus der sogenannten Wohnraumoffensive geworden? Die Bilanz fällt durchwachsen aus, wie auf tagesschau.de nachzulesen ist. Innenministerium und Bauministerium etwa stellen sich selbst ein gutes Zeugnis aus, Verbände der Wohnungswirtschaft aber sehen das kritischer und monieren unter anderem, dass nach wie vor zu wenig Bauland ausgewiesen und zu wenig gebaut werde. Das berichtet das Handelsblatt. Unabhängig von der aktuellen Wohnraumoffensive-Bilanz ist das Baukindergeld in dieser Woche in den Fokus gerückt, denn dessen Förderzeitraum wurde bis zum 31. März 2021 verlängert. Für mich ist das ein Schritt in die richtige Richtung, kann doch das Baukindergeld Familien den Erwerb von Wohneigentum erleichtern. Meines Erachtens sollte der Staat aber noch eine Schippe drauflegen. Das sieht übrigens auch die Mehrheit der Deutschen so, wie eine aktuelle repräsentative Umfrage der Interhyp Gruppe zeigt: Demnach finden drei Viertel der Befragten, dass der Staat den Erwerb von Wohneigentum finanziell nicht ausreichend unterstützte.
Die Reallöhne sind während der Corona-Krise so stark gesunken wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2007. Laut Statistischem Bundesamt lagen sie im Zeitraum von April bis Juni dieses Jahres um 4,7 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Das klingt zunächst alarmierend. Doch es gilt, die Zahl differenziert zu betrachten: Da das Kurzarbeitergeld nicht zum Lohn hinzugerechnet wird, bildet der statistische Rückgang nicht den realen ab, wie tagesschau.de aufführt. Fakt ist jedoch auch, dass Branchen wie Einzelhandel und Gastgewerbe in überdurchschnittlichem Maße von Einkommenseinbußen oder sogar Jobverlusten betroffen sind. Fast paradox klingt da, dass die Vermögen in Deutschland insgesamt gesehen trotz der Corona-Pandemie voraussichtlich weiter steigen werden. Das prognostiziert der jährliche Vermögensreport eines großen Versicherers, über den die Süddeutsche Zeitung berichtet. 2019 stieg demnach das Brutto-Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland um 7,2 Prozent auf knapp 6,7 Billionen Euro. Für 2020 wird wieder eine Steigerung erwartet – unter anderem aufgrund der Hilfsmaßnahmen von Regierungen und Notenbanken, wie die SZ schreibt. Meiner Meinung nach passt vor dem Hintergrund ins Bild, dass die Nachfrage nach Immobilien seit Corona eher zu- als abgenommen hat.
Vielerorts sind Stadtplaner schon lange damit beschäftigt, wie sie die Innenstädte lebendig und attraktiv halten können. Corona verschärft mitunter die Problematik, wie wir bereits vor Kurzem schrieben. Das heute journal sieht aktuell eine der bekanntesten Einkaufsstraßen Deutschlands, die Frankfurter Zeil, in der Krise. Der Planungsdezernent der Main-Metropole muss demnach schneller als gedacht ein Konzept entwickeln, um die (Laden-)Vielfalt in der City zu erhöhen. Hier können meiner Auffassung nach Großstädte eventuell von Mittelstädten lernen, die oft schon reagieren müssen, wenn nur ein wichtiges Geschäft schließt. Der Blick nach Gelsenkirchen im Ruhrgebiet oder ins niedersächsische Oldenburg zeigt, was dort dem Ende der Kaufhaus-Ära entgegengesetzt wird. Wie Zeit Online erklärt, soll in Oldenburg eine ehemalige Hertie-Filiale zum Haus der Begegnung werden, mit Markthalle, Coworking Space und Hotel. In Gelsenkirchen haben sich im Lindenkarree kleine Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister angesiedelt, dazu Bücherei, Volkshochschule, Fitnesscenter.



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